Verhaltensempfehlungen

Vorwort:

Die nachfolgenden Hinweise und Empfehlungen sollen dem Verkehrteilnehmer eine „erste Hilfe“ geben, um sich gegen spätere auftretende Probleme sowohl bei der Schadensregulierung als auch bei den oft viel empfindlicheren straf- oder bußgeldrechtlichen Sanktionen eigenen Fehlverhaltens zu schützen, die oftmals vermieden werden könnten.

Die Hinweise und Empfehlungen orientieren sich hierbei an den täglich auftretenden Problemkreisen eines hauptsächlich mit dem Verkehrsrecht befassten Juristen.

Unsere erste Empfehlung lautet, sich die folgenden Seiten sorgfältig durchzulesen, auszudrucken und vorsorglich im Handschuhfach des eigenen Fahrzeugs zu deponieren.

Inhaltsübsersicht :

1.Unmittelbar nach dem Unfallereignis

2.Sichern der Unfallstelle und Ersthilfe für die Verletzten

3.Austausch der Personalien und Sicherung der Beweismittel

4.Verhalten gegenüber der Polizei

5.Einschalten des Rechtsanwaltes

1.Unmittelbar nach dem Unfallereignis:

In erster Linie haben Sie, sofern Ihre Beteiligung am Unfallgeschehen nicht ausgeschlossen ist, die Verpflichtung, anzuhalten und die Feststellung Ihrer Personalien zu ermöglichen!

Nehmen Sie dieses Gebot ernst! Die Entfernung vom Unfallort –und seien es auch nur einige hundert Meter – stellt Fahrerflucht dar, sofern es sich nicht um einen Notfall handelt (z.B. zur Versorgung, bzw. Verbringung Schwerverletzter).

Dieser Straftatbestand wird, sofern nicht ein reiner Bagatellschaden entsteht, mit mindestens einem mehrmonatigem Fahrverbot und Geldstrafe verfolgt.

Diese Verpflichtung besteht auch, wenn sich außer Ihnen niemand am Unfallort befindet (z.B. Beschädigung eines geparkten Autos). Nach einer je nach Tageszeit und Schwere des Unfalls abhängigen Wartezeit ist der Unfall einer nahe gelegenen Polizeidienststelle zu melden.

2.Sichern der Unfallstelle und Ersthilfe für die Verletzten:

Die ersten wichtigsten Maßnahmen sind:

das Sichern der Unfallstelle (Warnblinker, Warnweste anlegen –in einigen EU-Ländern bereits Pflicht-, Warndreieck ca. 50-100m vor der Unfallstelle aufstellen)
die Erstversorgung Verletzter nach bestem Können
bei Verletzten die Notfallmeldung (110), ansonsten das Informieren der Polizei
Die Reihenfolge der Maßnahmen bestimmen Sie, je nach Dringlichkeit! Wenn mehrere Personen anwesend sind, sprechen Sie sich ab und teilen Sie die Maßnahmen auf.

Denken Sie bei jeder Maßnahme an folgendes:

Bringen Sie sich selbst und andere nicht, bzw. außer Gefahr! Insbesondere auf Autobahnen gilt: weg von der Fahrbahn! Bleiben Sie in keinem Fall im Fahrzeug, sondern begeben sie sich hinter die Leitplanken.

Für die Notfallmeldung gilt:

Wer meldet? Name
Wo ist es passiert? Unfallort
Was ist passiert? Art des Unfalls (z.B. „Verkehrsunfall“)
Zahl der Verletzten
Schilderung der sichtbaren Verletzungen

Beantworten Sie unbedingt weitere Fragen der Notdienststelle.

Zur Ersthilfe:

Zur ersten Hilfe bei Unfällen ist jeder verpflichtet, unabhängig davon, ob er unmittelbar beteiligt war oder nur zufällig anwesend ist! Unterlassene Hilfeleistung ist strafbar!

Leisten Sie nach Ihren Möglichkeiten Hilfe, gefährden Sie jedoch nicht Ihre eigene Gesundheit!

Die wichtigsten Verbandsmaterialien befinden sich im Verbandskasten Ihres Fahrzeugs. Vergewissern Sie sich bitte bei jedem Fahrzeug, wo dieser ist, um im Ernstfall nicht wertvolle Zeit mit dem Suchen zu verlieren. Auch sollte der Inhalt jedes Verbandskastens regelmäßig ausgetauscht werden. Das Verfalldatum ist auf den Packungen angegeben, aber auch jede Apotheke ist Ihnen hierbei behilflich.

Das Verständigen der Polizei:

Sofern es nicht um Bagatell-, bzw. Kleinstschäden handelt, kann aus anwaltlicher Sicht nur geraten werden, in allen anderen Fällen die Polizei zu verständigen (hierzu das nachfolgende Kapitel).

 

 

3.Austausch der Personalien uns Sicherung der Beweismittel:

Hilfreich und empfohlen ist die Aufnahme des Unfalls auf dem Unfallbogen im Anhang.

Bei jedem Gespräch, auch wenn Sie zum Ergebnis kommen, dass ein Schaden ersichtlich und nichts weit zu veranlassen ist, notieren Sie sich bitte folgende Daten Ihres Unfallgegners:

Name
Anschrift
Kennzeichen!

Beschränken Sie sich jedoch auf den Austausch der Personalien und vermeiden Sie, auch wenn Sie sich eindeutig in der Pflicht sehen, die Abgabe von Schuldanerkenntnissen! Sie sind hierzu zum einen nach den Bestimmungen Ihres Kfz-Haftpflichtversicherers nicht befugt, zum anderen können derartige Angaben auch gegenüber der Polizei voreilig sein.

In der Regel übernimmt die verständigte Polizei die Unfalldokumentation durch die Vermessung von Spuren, Lichtbilder und das Ermitteln von Augenzeugen. Es kann jedoch nur dringend empfohlen werden, selbst entsprechende Feststellungen zu treffen, wenn dies ohne eigene Gefährdung möglich ist und das Sichern der Unfallstelle oder die Versorgung von Verletzten nicht vorrangig sind. Halten Sie fest:

Name, Anschrift und/oder Kennzeichen von Augenzeugen
Skizze des Unfallortes und der Lage der Fahrzeugschäden
Lichtbilder, z.B. mittels einer mitgeführten Einweg-Kamera
Markieren der Fahrzeugendstände, z.B. mittels einer mitgeführten Kreide

Folgende Gesichtspunkte führen zu dieser Empfehlung:

Oft ist die durch die Polizei durchgeführte Unfalldokumentation für die Klärung zivilrechtlicher Haftung unzureichend. Wenn nach mehreren Wochen ein erster Einblick in die polizeiliche Akte möglich ist, ist eine genaue Rekonstruktion des Unfallgeschehens oft nicht mehr möglich.
Sachverständige können anhand verschiedenster Unfallspuren (Schäden an den Fahrzeugen, Bremsspuren, Lage von Fahrzeugteilen, etc.) oftmals eine genaue Rekonstruktion des Unfalls durchführen, wodurch Verschuldensfragen geklärt werden könne

 

4.Verhalten gegenüber der Polizei:

Begegnen Sie den Polizeibeamten sachlich und ruhig. Wie in allen anderen Lebenslagen gilt hier das Sprichwort: „ Wie man in den Wald hinein schreit, ….“

Bei eigenem Fehlverhalten haben Sie die Beamten darüber zu belehren, dass Sie nicht verpflichtet sind, Angaben zur Sache zu machen. Grundsätzlicher Rat des Anwalts: nehmen Sie dieses Recht in Anspruch! Vermeiden Sie insbesondere auch informative Angaben ohne eine solche Belehrung.

 

 

5.Einschalten des Rechtsanwaltes:

Koordinieren Sie die weitere Unfallregulierung mit einem Rechtsanwalt Ihrer Wahl!

Ihr Anwalt berät Sie und übernimmt in weiten Teilen die Unfallregulierung.

Die Schadensabwicklung beinhaltet die verschiedensten rechtlichen Probleme, insbesondere bei Personenschäden, auf die Sie keine gegnerische Versicherung und auch nicht die Kfz-Werkstatt hinweist. Bei eigenen Verhandlungen mit gegnerischen Versicherungen und Zusagen von Werkstätten „sich um alles zu kümmern“ ist Vorsicht geboten.

Unser Angebot:

Sie erhalten bei uns in der Regel innerhalb von 24 Stunden einen Besprechungstermin. Für einzelne Fragen stehen wir Ihnen bereits vorab telefonisch zur Verfügung.