Branchenzuschläge für Leiharbeitnehmer

1. Zum 01.11.2012 sind Tarifverträge in Kraft getreten, welche Zuschläge für Zeitarbeitnehmer in der Metall– und Elektroindustrie sowie der chemischen Industrie vorsehen.

Voraussetzung für die Anwendbarkeit der vereinbarten Zuschläge ist die Mitgliedschaft des Unternehmens im BAP (Bundesarbeitgeberverband der Personaldienstleister) oder in der iGZ (Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen e. V.).

Weitere Voraussetzung ist die Tätigkeit des Arbeitnehmers in einem Industriebetrieb in Abgrenzung zum Handwerksbetrieb.

Die Höhe des Branchenzuschlags ist abhängig von der Dauer des ununterbrochenen Einsatzes des Leiharbeitnehmers im Kundenbetrieb. Er beträgt

  • 15 % nach 6 Wochen
  • 20 % nach 3 Monaten
  • 30 % nach 5 Monaten
  • 45 % nach 7 Monaten
  • 50 % nach 9 Monaten

Der Branchenzuschlag ist gedeckelt. Er kann max. zu einer Lohnhöhe des Leiharbeitnehmers führen, die 90 % des Stundenlohns eines vergleichbaren Arbeitnehmers des Kundenbetriebs beträgt.

2. Am 18.12.2012 wurden weitere Tarifverträge über Branchenzuschläge für die Papier, Pappe und Kunststoff verarbeitende Industrie geschlossen. Diese Tarifverträge treten zum 01.05.2013 in Kraft. Auch hier können wieder gestaffelt nach der Dauer des Einsatzes des Leiharbeitnehmers im Kundenbetrieb ansteigende Branchenzuschläge verlangt werden.

3. Weitere Tarifverträge mit Branchenzuschlägen wurden wie folgt vereinbart:

  • Kunststoff verarbeitende Industrie: Ab 01.01.2013
  • Kautschuk verarbeitende Industrie: Ab 01.01.2013
  • Schienenverkehrsbereich: Ab 01.04.2013
  • Textil- und Bekleidungsindustrie: Ab 01.04.2013
  • Holz- und Kunststoff be- und verarbeitende Industrie: Ab 01.04.2013