1. Nach § 3 S. 1 ArbZG darf die werktägliche Arbeitszeit von Arbeitnehmern 8 Stunden nicht überschreiten.

Werktage sind die Wochentage Montag bis Samstag, also 6 Tage in der Woche.

Ein Arbeitnehmer darf also bei der 6-Tage-Woche von Montag bis Samstag jeweils 8 Stunden und somit insgesamt 48 Stunden maximal arbeiten.

2. Gem. § 3 S. 2 ArbZG kann die werktägliche Arbeitszeit auch bis zu 10 Stunden (max.) nur verlängert werden, wenn innerhalb von 6 Kalendermonaten oder innerhalb von 24 Wochen im Durchschnitt 8 Stunden werktäglich nicht überschritten werden.

3. Bei der (heute üblichen) 5-Tage-Woche darf der Arbeitnehmer auch nicht mehr als 8 Stunden pro Tag bzw. 48 Stunden pro Woche arbeiten. Allerdings kann ein arbeitsfreier Werktag (in alle Regel der Samstag) zum Ausgleich herangezogen werden.

In der 5-Tage-Woche kann deshalb täglich bis zu 9,6 Stunden gearbeitet werden (9,6 Stunden x 5 Arbeitstage geteilt durch 6 Werktage = 8 Stunden pro Tag), ohne gegen das ArbZG zu verstoßen. Es bleibt nämlich in dem Ausgleichzeitraum von 6 Kalendermonaten bzw. innerhalb von 24 Wochen im Durchschnitt immer bei werktäglichen 8 Stunden.

4. Er könnte sogar 0,4 Stunden täglich zusätzlich (bis zur absoluten Obergrenze von 10 Stunden pro Tag) arbeiten, dann müsste aber in dem vorgenannten Ausgleichszeitraum Arbeitstage mit weniger als 9,6 Stunden fallen.

Von der absoluten Obergrenze von 10 Stunden pro Arbeitstag kann nur in Ausnahmefällen abgewichen werden, nämlich

  • durch Regelungen in einem Tarifvertrag oder aufgrund eines Tarifvertrages in einer Betriebs-oder Dienstvereinbarung, § 7 Abs.1 Nr. 1 a ArbZG
  • in außergewöhnlichen Notfällen, § 14 ArbZG
  • mit Bewilligung der Aufsichtsbehörde

Verstöße gegen das ArbZG stellen eine OWi dar, die mit einer Geldbuße bis zu € 15.000,00 geahndet werden kann.

In besonderen Fällen können sich Organe eines Unternehmens auch strafbar machen.