Taucht in einer Mietwohnung Schimmel auf, streiten sich regelmäßig Vermieter und Mieter über die Ursachen. Der Mieter trägt vor, die Bausubstanz sei nicht geeignet, es bilden sich Wärmebrücken und daraus folgend Schimmel.

Der Vermieter wendet hingegen ein, der Mieter lüfte und heize nicht ausreichend.

Wer hat Recht?

Hat der Mieter Recht, kann er vom Vermieter nicht nur die Beseitigung des Schimmels verlangen, sondern auch die Miete kürzen, solange der Schimmel nicht beseitigt ist.

Schimmelbefall taucht in aller Regel in Feuchträumen auf, also Schlafzimmer, Küche und Bad. Prallt feuchte Raumluft auf kalte Außenwände, kann es zum „Niederschlag“ der in der Luft befindlichen Feuchtigkeit kommen. Die Innenwand wird nass. Man spricht von Wärme-oder Kältebrücken.

Je höher der Feuchtigkeitsgehalt der Luft und je höher die Temperaturdifferenz zwischen Innenraum und Außenwand ist, umso schneller und umso stärker schlägt sich Feuchtigkeit an der Innenseite der Außenwand nieder. In extremen Fällen kann dies dazu führen, dass die Innenseite der Außenwand nicht nur kalt und feucht wird, sondern regelrecht Wasser an der Innenseite der Außenwand herunterläuft.

Regelmäßig tauchen diese Phänomene bei älteren, aus heutiger Sicht nicht ausreichend gedämmten Gebäuden auf.

Der BGH hatte in seiner Entscheidung vom 05.12.2018 Az. VIII 8 ZR 271/17 und VIII ZR 67/18 folgende Frage zu beantworten: Beurteilt sich ein etwaiger Mietmangel aus heutiger Sicht (heutiger Bau-und Dämmstandard) oder nach dem Stand der Technik zum Zeitpunkt der Errichtung des Gebäudes.

Der BGH hat sich für letzteres entschieden. Wurde das Gebäude seinerzeit fachgerecht und nach damaligem Baustandard errichtet und gedämmt, wird ein Baumangel verneint, auch wenn man heute anders bauen oder dämmen würde.

Fazit: Pech für den Mieter. Es bleibt für ihn zu hoffen, dass er für seine „schlechte“ Mietwohnung wenigstens eine geringere Miete bezahlt als für eine Wohnung mit aktuellem heutigem Baustandard.